Wir sind eine anarchistisch organisierte Gruppe und haben uns gegründet, um selbstverwaltet und herrschaftskritische (anti)-politische Arbeit in Köln und Umgebung zu leisten.

Wir sprechen uns klar gegen die herrschenden Zustände und deren Verteidiger_innen aus. Wir kritisieren klar und deutlich die kapitalistische Produktionsweise und ihre daraus folgenden Konsequenzen. Die kapitalistischen Produktionsverhältnisse institutionalisieren Herrschaftsmechanismen und individualisieren diese durch Erziehung.
Konkret bedeutet das, dass in der bürgerlichen Gesellschaft Unterdrückung reproduziert wird. Diese Unterdrückung lässt sich unserer Meinung nach wie folgt zusammenfassen; Klassengegensätze, Sexismus, Rassismus,Antisemitismus, Antiziganismus und Ausbeutung von Tier und Natur. Dies sind nur einige Beispiele für Herrschaftsformen, welche weit älter als der Kapitalismus selbst sind, durch ihn aber zur Perfektion finden. Nehmen wir beispielsweise die bürgerliche Familie in der heutigen Zeit. Jede_r wird in ein „Zwangskollektiv“ (Familie), egal ob positiv oder negativ empfunden, hineingeboren. Die staatliche Erziehung wird von den Eltern an
die Kinder weitergegeben. Zusätzlich erziehen Bildungsinstitute und gesellschaftliche Zustände uns alle ein Leben lang weiter. Anstatt des weltweiten Klassenbewusstseins tritt das „Nationalbewusstsein“, weil die
Bürger_innen sich mit dem staatlichen Zwangskollektiv identifizieren. Dies dient dem nationalen Standort, in dem der Staat die vermeintliche „Volksgemeinschaft“ dazu bringt, sich gegen die wirtschaftliche Konkurrenz
global durchzusetzen.

Millionen Menschen verhungern, Kriege halten die Systematik aufrecht, Lebensräume werden vernichtet, die Natur wird zerstört, Kinderarmut und Perspektivlosigkeit verbreiten sich stetig. Selbst in der angeblich „zivilisierten“ Gesellschaft verhungern und verelenden Menschen, werden Mensch und Tier ausgebeutet und jedes Mittel der Überwachung genutzt, um soziale Bewegungen zu zerschlagen. Es ist dabei wichtig zu sehen, dass dieses System nicht fehlerhaft ist; die Fehler liegen in seinem Wesen.

Dem stellen wir uns mit all unserer Kraft, unserer Solidarität und theoretischen, wie praktischen Arbeit/Kritik entgegen.

Nach unserem Verständnis bietet die klassen- und herrschaftslose Ordnung die einzige alternative, zum bestehenden System. Klar ist für uns, dass es in einer emanzipierten Gesellschaft mehr bedarf, als nur eine gute
Organisationsform, Die neue Gesellschaft muss lernen sämtliche Lebensbereiche nach freiheitlichem Vorbild neu zu gestalten. Den Freiheitsbegriff, der im Kapitalismus benutzt wird, gilt es zu hinterfragen, weil er immer abhängig von den bestehenden Werten ist. Föderalistisch organisiert, Entscheidungsfindungen nach dem Konsensprinzip, gegenseitige Hilfe als gesellschaftliche Ethik, sind Basis einer freien Welt.

Diesem Ideal stehen wir als organisierte Anarchist_innen nahe und praktizieren es in all unseren Lebensbereichen. Wir stehen ein gegen jeden Ausübung/Auslebung von Herrschaft und machen uns stark gegen jede totalitäre Weltanschauung. Wir sehen uns als absolute Feinde autoritärer, faschistischer Ideologien jeglicher Couleur, denn wir lehnen es ab Leben generell in „wert“ oder „unwert“ einzuteilen und es darauf basierend zu verwerten. Genauso lehnen wir jede Form von institutionalisiertem Glauben (Religion) ab.

Wir solidarisieren uns mit allen freiheitlichen, im Kampf stehenden Menschen, regional wie inter- (anti-) national, dennoch in keinster Weise mit Nationen oder ähnlichen Konstrukten.

Daher kämpfen wir für eine Perspektive in anarchistischer Tradition.

AG Köln Stand: 07.06.2012