Anarchistische Gruppe Köln http://agkoeln.blogsport.de Wed, 10 Jul 2013 07:40:56 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Die Entwicklung der Föderation http://agkoeln.blogsport.de/2013/07/10/die-entwicklung-der-foederation/ http://agkoeln.blogsport.de/2013/07/10/die-entwicklung-der-foederation/#comments Wed, 10 Jul 2013 07:40:56 +0000 agkoeln Allgemein http://agkoeln.blogsport.de/2013/07/10/die-entwicklung-der-foederation/ Ein Update seit dem Frühjahr 2013

vom Öffentlichkeitsreferat der FdA

organize!

Entwicklung der Struktur

Zunächst ein paar Worte zur Entwicklung der Föderation in Bezug auf die Mitglieder. Das Interesse an der Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA) wächst spürbar weiter. In den letzten drei Monaten sind drei neue Gruppen zu uns gestoßen: im April die Anarchistische Gruppe Östliches Ruhrgebiet (Teil der Anarchistischen Föderation Rhein-Ruhr, AFRR) und die Intiative Anarchistische Föderation Nord (IAFN), im Mai dann die Anarchosyndikalistische Jugend (ASJ) Bonn.

Doch es gab nicht nur Zuwächse zu vermelden: Im Mai 2013 löste sich nach 8-jähriger Existenz und sehr starkem Engagement in ihrer Region die antinationale.org (früher Antinationale Offensive Saar, ANO) auf. Mehr zu den Gründen der Auflösung und den Perspektiven im Saarland könnt ihr hier nachlesen.

Momentan sind also ca. 27 Gruppen Mitglied in der Föderation. Doch um Zahlenspielereien geht es uns nicht. Interessiert sind wir vor allem an einer gegenseitigen Unterstützung und Kooperation der Gruppen (sowohl über die Föderation als auch losgelöst davon). Und diese Möglichkeiten potenzieren sich mit einer breiten Basis. Zurzeit hadern wir allerdings noch ein wenig mit der Einbindung aller Gruppen in die Strukturen. Selbstverständlich gibt es Gruppen (und Individuen darin), die mehr oder weniger an föderativen Strukturen interessiert sind. Das finden wir nicht weiter problematisch, weil die Autonomie der Gruppen das bestimmende Element unserer Föderation ist – und es damit jeder Gruppe und jedem Individuum darin freigestellt ist, in welchem Maße, sie die föderativen Strukturen nutzen wollen – oder eben nicht.

Um es anderen Gruppen und Initiativen (besonders aus dem nicht-klassischen Politgruppenspektrum), die zwar an der Föderation interessiert sind, jedoch von einer klassischen Mitgliedschaft überfordert wären, ein Mitwirken zu ermöglichen, haben wir ein neues Kooperationsmodell entwickelt. Mit diesem möchten wir im kommenden Jahr ein wenig experimentieren, um mehr Synergieeffekte zwischen unseren Projekten zu erzeugen: die “assoziierten Projekte”.


Hier eine kurze Vorstellung des Modells:

Die Grundidee besteht darin, dass Gruppen und Intiativen zwar nicht Mitglied werden, aber dennoch eine enge strulturelle Bindung eingehen, wodurch der Informationsfluss, der zur Kooperation oft sehr förderlich ist, dennoch zustande kommt.
Assoziierte Projekte sind enge (aber nicht exklusive) Kooperationspartner der FdA. Beispielsweise arbeiten sie gemeinsam an bestimmten Projekten. Sie sind nicht an den Entscheidungsstrukturen beteiligt. Sie werden auf der FdA-Webseite als “assoziiertes Projekt” geführt und werden zu allen FdA-Treffen eingeladen – mit Gaststatus. Assoziierte Projekte unterstützen die Föderation finanziell mit einem Beitrag von mindestens 30 Euro im Jahr. Sie schicken, nach Möglichkeit, zu jedem FdA-Treffen einen Bericht über ihre Aktivitäten.

Konkret soll das Ganze folgendermaßen funktionieren:
Die assoziierten Projekte bestimmen eine Person aus ihrer Mitte, die als Kontaktperson zur FdA fungiert. Diese Person hat folgende Aufgaben:

* Einbringen von Themen, die für die FdA oder ihre Mitgliedsgruppen interessant sein könnten

* Zurücktragen von Themen aus der FdA in das eigene Projekt (inkl. den Gruppenberichten)

Das Referat für Organisation ist wiederum dafür verantwortlich, assoziierten Projekten passende Informationen aus der FdA zukommen zu lassen bzw. die Informationen aus den assoziierten Projekten in die FdA einzubringen (idealerweise direkt an interessierte Mitgliedsgruppen weiterzuleiten).

Die einzigen “Pflichten”, die assoziierte Projekte haben, sind neben dem jährlichen Beitrag die Bestimmung einer Kontaktperson und das Verfassen regelmäßiger Berichte über ihre Aktivitäten. Alles weitere sind Angebote, die in Anspruch genommen werden können, aber nicht müssen. Assoziierte Projekte werden auf diese Weise niederschwellig eingebunden und können später, bei Interesse, die Zusammenarbeit intensivieren und auch eine vollständige Mitgliedschaft in der FdA beantragen.

Solltet ihr Interesse haben, meldet euch einfach unter fda-organisation/at/riseup(.)net. Welche Synergieeffekte erzeugt werden können, könnt ihr im nächsten Abschnitt erfahren.

Entwicklung der Aktivitäten

Im März wurde die FdA eingeladen, an einer Veranstaltungsreihe zur Einführung in den Anarchismus in Cottbus teilzunehmen. Drei Genoss*innen stellten dort unser föderatives Konzept vor und führten dann lange Gespräche über diverste Fragen anarchistischer Theorie und Utopie mit den Anwensenden.

Im April koordinierten wir den deutschsprachigen Teil einer 2,5-monatigen Info- und Soli-Tour von Genoss*innen aus Weißrussland durch Westeuropa, die am 26. April ihren Abschluss in Berlin fand. Dazu brachten wir Plakate und Flyer für alle acht Veranstaltungsorte heraus. Wichtig war uns, auch Gruppen außerhalb der FdA-Strukturen miteinzubeziehen, was mit den Veranstaltungsorten in Nürnberg (FAU Nürnberg), Leipzig (ASJ Leipzig) und Finsterwalde (Organisierte Anarchist*innen Finsterwalde) auch gut gelang. Besonders erfreulich war, dass sich das Autonome Zentrum in Wuppertal spontan den Solibemühungen anschloss und selbständig ein Soli-Event abhielt!

Eine Station auf der Tour, aber ebenfalls ein Event, das in großem Maße durch FdA-Strukturen unterstützt wurde, war die Buchmesse in Mannheim vom 19.-21. April. Auch hier unterstütze die FdA die Organisator*innen sowohl logistisch, personell während der Messe, aber schließlich auch inhaltlich in Form von Vorträgen bzw. Diskussionsrunden (mit einem Vortrag zur “Anarchistischen Bewegung heute in der BRD”, einem zweisprachigen Vortrag zur “Anarchistischen Bewegung in der Türkei und in Kurdistan”, einer Buchvorstellung von “Kurze Weltgeschichte des Faschismus” und einer Diskussionsveranstaltung zur Gaidao und zu systempunkte.org). Die Gaidao unterstützte die Buchmesse zusätzlich mit der Herausgabe einer Sonderausgabe, die gleichzeitig als Programmheft für die Messe fungierte. Nicht zuletzt sorgte eine Kooperation zwischen der Anarchistischen Gruppe Mannheim, als Veranstalterin der Buchmesse, und dem Anarchistischen Radio Berlin dafür, dass ca. 2/3 der Veranstaltungen auf Audio dokumentiert werden konnten. Die Aufarbeitung der Audios hält noch an, wird aber hoffentlich im Sommer bereit stehen.

Im Mai ging es dann gleich weiter. Im Rahmen einer Kooperation mit dem US-amerikanischen Rapper und Anarchisten “Sole” unterstützte das FdA ihn bei der Bewerbung seiner Europa-Tour, worauf hin er sich damit revanchierte, dass die Föderation bzw. befreundete Gruppen (oder in Paris die Federation Anarchiste) Infostände auf seinen Konzerten aufstellen konnten. Da kam es gerade gelegen, dass eine weitere Sonderausgabe der Gaidao verfügbar war: nämlich eine zum 1. Mai. Diese Ausgabe hatte das Ziel, sowohl eine kurze Einführung in den libertären Hintergrund des 1. Mai zu geben als auch ein Panorama aktueller Kämpfe in einer Reihe von Städten zu geben. In diesen sollte es nämlich entweder dezidiert anarchistische 1.-Mai-Demos geben oder zumindest eigenständige libertäre Blöcke im Rahmen von größeren Bündnissen. Aufgrund von Problemen mit der Postzustellung konnten an mehreren Orten entgegen der Planung keine Gaidaos auf der Demo verteilt werden. Das Ziel, eine stärkere Vernetzung libertärer Bemühungen am 1. Mai anzustoßen, hat das Heft aber durchaus erreicht.

Vom 24.-26. Mai fand im slowenischen Ljubljana die Anarchistische Balkanbuchmesse statt, die von der anarchistischen Föderation in Slowenien organisiert und von vielen anderen Gruppen und Föderationen aus ganz Europa unterstützt wurde, darunter auch die FdA. Die FdA hatte das Anarchistische Welttreffen in St. Imier intern sehr kritisch analysiert und alle Erkenntnisse daraus den Schwesterföderationen in der IFA zur Verfügung gestellt, damit zukünftige Großveranstaltungen deutlich horizontaler, partizipativer und insgesammt mehr von Diskussionen und Austausch geprägt sind. Diese Ideen gingen komplett in die Vorbereitung der Balkanbuchmesse ein, was draus ein wunderbares Event machte, dessen einziger Wermutstropfen das schlechte Wetter war. Bereits im Vorfeld der Messe gab ein Genosse der FdA auf Bitten der FAO einer Gruppe von interessierten Menschen eine Einführung in Awareness-Strukturen, so dass ein gemeinsames, wenn auch rudimentäres Safer-Space-Konzept entwickelt und schließlich auch umgesetzt werden konnte. Auf der Messe selbst war die FdA bzw. die Gaidao mit einem Infostand vertreten und an der Ausrichtung zweier Diskussionsrunden beteiligt: zu “Anarchistischen Radiopraxen” und “Libertären Publikationen”. Auch hier unterstützte das A-Radio Berlin die audiotechnische Dokumentation der Veranstaltungen in Kooperation mit den lokalen Strukturen.

Ende Mai war die FdA dann zum Backland-Festival in der Köpi in Berlin eingeladen (31. Mai und 1. Juni), wo wir neben einem Infostand auch eine Einführung in die Praxis der Föderation gaben. Zwei weitere geplante Veranstaltungen, eine Diskussion zur Gaidao einerseits und ein praktischer Workshop zum Radiomachen andererseits, mussten leider ausfallen aufgrund von Problemen mit Raum- und Zeitplanung und den dadurch weggebliebenen Interessent*innen.

Das föderationsweit unterstützte Radioprojekt A-Radio Berlin konnte sein Format des Libertären Podcasts mittlerweile als stabiles Medium etablieren. Und seit Anfang Juni ist er nun jeden Monat auch per UKW und Livestream bei Radio Dreyeckland zu empfangen.

Die Gaidao konnte die Zahl der Abonnements seit Januar 2013, wo wir mit etwa 100 begannen auf mittlerweile ca. 200 steigern. Die Zugriffszahlen auf dem Blog liegen bei konstant ca. 1000 pro Ausgabe. Darüber hinaus, und das freut uns besonders, wird die Gaidao auch immer stärker als Diskussionsplattform angenommen, was sich sich in einer steigenden Zahl an Artikeln niederschlägt, die in Antwort auf vorhergehende Artikel geschrieben werden.


Entwicklung der Internationalen Solidarität

Im April unterstützten Genoss*innen aus Dresden die anarchistische Föderation in Tschechien (CSAF) bei ihren Bemühungen, Roma-Familien zu unterstützen, die im Wohnungsmarkt in Usti Nad Labem diskriminiert wurden. Aktuell finden wieder Anti-Roma-Proteste seitens der Neo-Nazis statt, weshalb da wohl bald wieder Solidarität gefragt sein wird.

Darüber hinaus haben wir unsere Kontakte nach Lateinamerika weiter ausgebaut und bereits vereinzelte Kooperationen auf ganz praktischer Ebene umgesetzt.

Perspektiven

Aktuell und auch mittelfristig wichtig sind Diskussionen in der Föderation über Strategien und weiterführende politische Ansätze. Diese wurden bereits vor einiger Zeit begonnen. Mal schauen, wann die Diskussion erste Früchte trägt.

Ein weiteres, wichtiges Thema, dem wir unsere Aufmerksamkeit zuwenden möchten, ist die Genderproblematik, die wir in der Föderation festgestellt haben. Im Grunde spiegelt die männliche (zahlenmäßige) Dominanz in der Föderation nur die Verhältnisse in der weiteren libertärer Bewegung wider. Wir möchten uns damit aber nicht zufrieden geben und werden in den kommenden Monaten nach internen und externen Wegen suchen, zumindest erste Schritte in Richtung einer größeren Integration weiblich sozialisierter Menschen in unseren Strukturen zu gehen.

Andere wahrscheinliche Themen für die zweite Jahreshälfte werden sein: die Einheitsfeierlichkeiten zum 3. Oktober in Stuttgart und die Gegenproteste sowie die unterschiedlichen Ideen zum Wahljahr 2013, an denen bereits jetzt gearbeitet wird. Solltet ihr auf diesen Gebieten an gemeinsamen Projekten und Kampagnen interessiert sein, meldet euch bei der FdA.

Wir hoffen, wir konnten euch ein wenig Einblick in die aktuelle Entwicklung der Föderation geben !

FdA – Ifa

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Die Aufstände in Taksim – zwischen Hippie-Flair, Selbstverwaltung und Nationalismus http://agkoeln.blogsport.de/2013/07/10/die-aufstaende-in-taksim-zwischen-hippie-flair-selbstverwaltung-und-nationalismus/ http://agkoeln.blogsport.de/2013/07/10/die-aufstaende-in-taksim-zwischen-hippie-flair-selbstverwaltung-und-nationalismus/#comments Wed, 10 Jul 2013 07:35:40 +0000 agkoeln Allgemein http://agkoeln.blogsport.de/2013/07/10/die-aufstaende-in-taksim-zwischen-hippie-flair-selbstverwaltung-und-nationalismus/ Ein Text von unseren Genoss*innen Karakök Autonome:

gezi

Die aktuellen Proteste in Taksim (Istanbuler Stadtteil) begannen am 27.05.2013 in Form einer gentrifizierungskritischen Aktion. Aufgerufen hatten Stadtentwicklungs-, Öko-, LGBTQ-, Tierrechtskreise sowie Anarchist*innen. Konkret ging es um die geplante Zerstörung des Gezi Parks, dessen Bäume gefällt und einem neuen Einkaufszentrum weichen sollten. Doch wie konnte diese anfangs kleine Aktion sich in einen Aufstand der Massen verwandeln?

Auch in Nordafrika begannen die Aufstände im vergangenen Jahr mit der Aktion eines Einzelnen. Manchmal können kleine Proteste der letzte Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt und kollektive Forderungen entfacht. Ebenso schaffte es die kleine Kundgebung in Taksim, die Unzufriedenheit von Tausenden von Menschen offenzulegen, so dass sich die Thematik völlig von ihrem Ursprung verschob und zu einer Bewegung gegen die Regierungspartei AKP („Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung“) und insbesondere gegen ihren Ministerpräsidenten Tayyip Erdogan sowie gegen ihre Polizei heranwuchs.

Während der initialen Gezi-Park-Aktion wurde eine Kundgebung abgehalten sowie Zelte im Park aufgestellt, der bereits von Baubaggern umgeben war. Am 1. Juni stürmte die Polizei um 5 Uhr morgens das Gelände und zündete die Zelte der Schlafenden an (!). Die erwachten und aus den Zelten stürmenden Menschen attackierte sie mit Schlagstöcken und versuchte, sie vom Gelände zu vertreiben. Es war wohl diese immense und brutale Repression der Behörden gegenüber der zivilen Bevölkerung, welche die Verbreitung der Proteste auslöste.

Wieso tauchten plötzlich Nationalflaggen auf?

Einzelne Politiker*innen der BDP („Partei des Friedens und der Demokratie“, vertritt die Interessen der kurdischen Bevölkerung auf parlamentarischer Ebene) hörten von der Repression und kamen zum Park, um sich den Protesten anzuschliessen. Dabei verbreitete sich unter anderem ein Foto, welches einen BDP-Politiker dabei zeigte, wie er sich gegen die Bagger stellt, um ein Sägen der Bäume zu verhindern.

Dies wiederum bewegte die kemalistische CHP („Republikanische Volkspartei“, 1923 durch Mustafa Kemal Atatürk gegründet, als er die Nation „türkei“ gründete) zu Taten, da diese befürchtete, die BDP führe die aktuellen Parkproteste an und gewinne dadurch an Popularität. Um die eigene Partei zu profilieren, tauchten dann Politiker*innen und Mitglieder der CHP plötzlich mit türkischen Nationalflaggen und Atatürk-Konterfeis im Gezi Park auf. So begann die erste nationalistische Prägung der Proteste. Dies traf anscheinend den Nerv der Zeit, da durch die Erdogan-Regierung das allererste Mal in der Geschichte der türkei der Kemalismus an Macht und Einflussnahme verloren hatte. Unter anderem hatte Erdogan die Allmacht des Militärs gebrochen, welche als Hüter des Kemalismus fungierten und dies in der Vergangenheit auch in Form von mehreren Militärputschen gewaltsam zum Ausdruck gebracht hatten. So waren nun im Gezi-Park auf einmal überall Nationalflaggen zu sehen sowie Parolen zu hören wie: „Wir sind alle Kemals Soldaten!“, „Rücktritt der Regierung!“ oder „Dikator Tayyip!“.

Mittlerweile hatten sich auch Organisationen jeglicher anderer Couleur den Protesten angeschlossen, u.a. Marxist*innen. Um zu verstehen, weshalb die türkische Nationalflagge nicht nur von kemalistischen Kreisen verwendet wurde, muss man etwas ausholen. Die historische Erziehung in der türkei ist stark geprägt von der Auffassung, die kemalistische Armee sei ein revolutionärer Vorreiter gewesen, habe die europäische Besatzung beendet und einen anti-imperialistischen Krieg geführt, Konservatismus und Islamismus beendet und den Laizismus gebracht. Als um 1968 herum diverse marxistische Bewegungen entstanden, riefen viele marxistische Anführer angesichts der kleinen Arbeiter*innenklasse dazu auf, sich mit dem Kemalismus zu vereinen, da man nur so einen sozialistischen Sieg erreichen könne. Manche marxistische Organisationen begannen dann, die türkische Flagge als Symbol der Unabhängigkeit von kapitalistischen, imperialistischen Staaten (USA, Europa) zu verwenden. Dadurch geriet die nationale Symbolik auch in linke Kreise und beschränkt sich nicht nur auf die Anhänger*innenschaft der CHP. Diese historische Entwicklung war auch die Grundlage dafür, dass die Nationalfahne in den aktuellen Protesten von verschiedensten Menschen als Symbol der Proteste verwendet wurde. Als Anarchist*innen finden wir das natürlich haarsträubend, aber angesichts der historischen Grundlage nicht verwunderlich.

Allerdings stand während der ganzen Proteste keine Partei oder Organisation im Vordergrund, was sehr ungewöhnlich für die türkei ist. Kreise der CHP haben die Proteste zwar national geprägt, im Vordergrund stand jedoch eher die generelle Unzufriedenheit am Regime. Eine Vielzahl von Menschen war auf der Strasse, um ihre Unzufriedenheit auszudrücken, oder mehr Freiheit und Autonomie zu fordern – insbesondere junge Menschen. Bei vielen stand der Kemalismus gar nicht wirklich im Vordergrund und sie liessen sich einfach durch die Dynamik der Proteste mitreissen – durch die vielen Nationalflaggen schien es jedoch fälschlicherweise so, als bestünde eine einheitliche Ideologie.

Die Entwicklung der Proteste und die Taksim-Kommune

Im Laufe der Proteste schlossen sich auch die Gewerkschaften DISK und KESK den Ereignissen an und riefen gar zum Generalstreik aus. Die PKK und BDP hielten sich hingegen mittlerweile im Hintergrund, weil sie wohl die Friedensverhandlungen mit der Regierung nicht gefährden wollten. Was aber wirklich verwunderlich ist, ist, dass sogar die MHP („Partei der nationalistischen Bewegung“, die sog. „Grauen Wölfe“, ultra-rechtsextreme Partei), an den Protesten teilzunehmen begann. Es gab nun überall Gefechte mit der Polizei, welche das ganze Spektrum von links bis rechts vereinte.

Nachdem die Proteste kein Ende zeigten und sich die gegenseitigen Attacken zwischen Polizei und Demonstrierenden eher noch weiter aufheizten, änderte die Polizei nach einer Woche die Strategie und zog sich zurück. In Taksim wiederum wurde nun eine riesige „Kommune“ gegründet: ein selbstverwaltetes Areal mit Zelten, Aktivitäten, Workshops und abendlichen Plenen. Hier wurde das Geld aufgehoben: Getränke und Essen wurden durch die Unterstützung von allen organisiert und gratis auf dem Areal verteilt. Es gab keine zentrale Verwaltung, sondern Versammlungen am Abend, wo die Ereignisse des Tages besprochen und auch weitere Aktivitäten geplant wurden. Tagsüber sassen Tausende von Menschen auf der Wiese, viele von ihnen blieben auch nachts mit ihren Zelten. Überall wurde Musik gemacht, gemeinsam gesungen, gekocht und VoKüs durchgeführt. Auf grossen Monitoren wurden Filme (und sogar Fussballspiele) gezeigt und Konzerte wurden durchgeführt. Ärzt*innen errichteten trotz eines Verbots durch die Regierung Krankenstationen, um Verletzte zu versorgen. In angezündete oder eingeschlagene Polizeiautos wurden Bücher gestellt und Bibliotheken gegründet.

Die Kommune erzeugte ein grosses Echo. Von anderen Städten gab es Wegweiser an den Strassen mit der Aufschrift „Taksimer Kommune“. In nur einer Woche wurde die Kommune von 2 Millionen Menschen besucht: von Familien mit Kindern, Rentner*innen, Schauspieler*innen, Fussballspielern und vielen mehr. Dadurch gewann sie immer mehr an Unterstützung. Die Entwicklung war für die Regierung höchst beängstigend, so dass die Polizei nun einen weiteren Interventionsbefehl erhielt und das Gelände am 11. Juni räumte.

Zu betonen ist, dass es ein solches Konzept in der Geschichte der türkei noch nie gegeben hat, was es umso aussergewöhnlicher macht. Ein derart kollektivistisches Konstrukt wäre bisher unvollstellbar gewesen. In linken Kreisen, welche bisherige Proteste geprägt hatten, war bisher eine immense Spaltung aufgrund ideologischer v.a. persönlicher Streitigkeiten auszumachen. Ebenso zwischen verschiedenen Ethnien. Und erst recht zwischen Linken und Rechten.

In den aktuellen Protesten hingegen wurden diese Barrieren überwunden. Beispielsweise gab es keine Konflikte zwischen Anarchist*innen und Menschen, welche die Nationalflagge hissten. Auch nahmen antikapitalistische Moslems an den Protesten teil und führten 5x/täglich ihre Gebete durch, ohne dass Linke intervenierten. Andererseits hat die Überwindung der Barrieren ein derart bedenkliches Ausmass erreicht, dass die Linke mit Faschist*innen zusammengespannt wird. Es gibt etliche Bilder und Aufnahmen davon, wie bespielsweise Linke und Faschos sich gegenseitig vom Boden aufhelfen oder gegen Angriffe der Polizei unterstützen. Wohlbemerkt, das sind zwei Strömungen, die bis in die Gegenwart bewaffnet gegeneinander vorgingen. Erst vor einigen Monaten wurde ein linker Student an der Universtität durch faschistische Studierende getötet. Was jedoch noch viel eigentümlicher ist: auf einmal riefen alle miteinander Parolen wie „Gemeinsam Schulter an Schulter gegen den Faschismus!“. Der Begriff des „Faschismus“ wird allerdings auf die AKP bezogen – ja, selbst die MHP bezeichnet die AKP nun als „Faschisten“..! Der MHP wiederum war diese Entwicklung wohl nicht ganz geheuer, so dass sie ihre Anhänger nach einigen Tagen dazu aufrief, die Proteste zu verlassen (was dann auch geschah). Wie das alles diese Wendung nehmen konnte und was es zu bedeuten hat, weiss niemand wirklich. Wir sind als Anarchist*innen ebenso ratlos, finden aber die Tendenz, sogar mit Faschos gemeinsame Sache zwecks gemeinsamem Feind zu machen, höchst beunruhigend. Ganz abgesehen davon, dass wir Erdogan nicht besser oder schlechter als andere Regierungsvertreter finden. Seine Regierung gehört ebenso abgeschafft wie andere Regierungen. Das System wäre nicht gerechter, wenn eine andere Partei an die Macht käme.

Möglicherweise hat die Bevölkerung die Schnauze voll von ideologischen Konflikten. Oder sie spannt nur deshalb zusammen, weil der gemeinsame Feind alle verbindet. Vielleicht aber kommt erneut eine politische Bewegung durch die 90er-Generation auf, welche bisher immer als apolitisch, desinteressiert und asozial verschrien war, die aktuellen Proteste aber massgeblich mitgeprägt hat. Möglicherweise könnten die aktuellen Ereignisse auch eine Art verspätete „Flower Power“-Bewegung der türkei sein. Denn obwohl um 1968 herum viel in der türkei passiert ist, beschränkte sich alle Bewegung allein auf die politische Ebene. Es gab Bestrebungen, das politische System zu ändern, aber keinerlei Bewegung in Sachen Kultur, Ökologie, Frauenrechte, Freie Liebe, Pazifismus, Kommunen, Musik oder Kunst. In der Kommune von Taksim dagegen schwebten all diese Elemente in einer Art „Hippie-Flair“ über dem Gelände. Höchstwahrscheinlich werden die aktuellen Proteste den Beginn einer neuen politischen Ära in der türkei ebnen. In welche Richtung diese gehen wird, ist allerdings unklar. Sie könnte ebenso in Richtung Selbstverwaltung und autonome Projekte gehen, wie in Richtung kemalistischer Machtübernahme.

Die Rolle von Anarchist*innen

Anarchist*innen waren von Anfang an in den Protesten aktiv, zumal sie Ende Mai gemeinsam mit anderen Gruppierungen zur allerersten Parkbesetzung aufgerufen hatten. Mit dem immensen Ansturm von Kemalist*innen und Linken wurden sie hingegen in den Hintergrund gedrängt, da Anarchist*innen innerhalb der gesamten Linken der türkei immer noch nur einen kleinen Teil ausmachen. Die Wirkung gegen aussen wurde daher praktisch nur von kemalistischen Forderungen (v.a. die Forderung nach Laizismus) dominiert, selbst die sonst sehr grosse marxistische Bewegung ging unter.

An den Barrikaden, in der Kommune sowie in den Plenen waren Anarchist*innen jedoch während der ganzen Proteste aktiv, wenn auch kaum in organisierter Form. Die meisten trugen keine anarchistischen Flaggen oder andere Symbole, was ihre öffentliche Wahrnehmung weiter schmälerte. Allerdings gab es auf dem Protestgelände eine Vielzahl von Infoständen, wo anarchistische Bücher, Broschüren oder Flyer aufgelegt wurden. Auch sprang einem*r immer mal wieder ein gespraytes A im Kreis entgegen.

Leider ist auch die anarchistische Bewegung in der türkei in sich gespalten und hat es nicht geschafft, während der aktuellen Proteste ausreichend zusammenzukommen. Dadurch gab es zwar viele Einzelpersonen, welche aktiv waren, aber kaum organisierte Aktionsformen einer grösseren Anzahl Anarchist*innen. Viele Anarchist*innen fanden im Stadtteil „Cihangir“ (300m von Taksim entfernt) zusammen, das auch zuvor als Zentrum anarchistischer Aktivitäten bekannt war. Hier wurden Barrikaden errichtet und tagelang gekämpft. Dies allerdings ohne Vernetzung oder Versammlungen untereinander, sondern vielmehr als ein Zusammentreffen individualistischer Aktionen.

Die einzige Gruppe, welche tatsächlich organisiert auftrat und auch gegen aussen als anarchistisch erkennbar war, war die DAF („Revolutionäre Anarchistische Aktion“). Dies ist eine plattformistische Gruppe, welche sich von anderen Anarchist*innen weitgehend separiert hat. Viele Anarchist*innen kritisieren die DAF als autoritär und hierarchisch. Allerdings muss man ihr zugute halten, dass sie als einzige anarchistische Gruppe Präsenz während der Proteste gezeigt hat und ihre rund 300 Mitglieder in Istanbul ständig aktiv waren, Stände eröffnet haben und an Barrikaden gekämpft haben.

Erwähnen sollte man auch den Fussball-Fanclub „Carsi“ (einFanclub des Fussballvereins Besiktas), welcher in verschiedenen Teilen Istanbuls aktiv war. Sie haben seit Jahren eine anarchistische Linie und hängen beispielsweise Transpis während Fussspallspielen auf. Ihren Namen „Carsi“ schreiben sie mit einem Kreis ums A. Während der Proteste waren sie ebenfalls präsent.

In der Hauptstadt Ankara gab es eine grössere Präsenz und Vernetzung von Anarchist*innen. Hier wurden gemeinsam Aktionen durchgeführt, v.a. zusammen mit Öko-und LGBTQ-Aktivist*innen sowie Marxist*innen, wobei die Gefechte ein weitaus heftigeres und radikaleres Ausmass erreichten.


Die aktuelle Situation

Nachdem die Polizei den Taksim-Platz geräumt hat, sorgte am 17. Juni die Aktion eines jungen Mannes für Aufsehen. Der von den Medien als „Duram adam“ (Stehender Mann) betiltelte Aktivist verharrte stundenlang auf dem Taksim-Platz, ohne mit der Wimper zu zucken oder in irgendeine gezielte Richtung zu schauen. Seine stille Akion sorgte für reichlich Furore, so dass er bald in sämtlichen Medien präsent war. Ein einziges Mal reagierte er auf Fragen der Medien, und zwar äusserte er gegenüber BBC, dass er Anarchist sei und zivilen Ungehorsam leiste. Seine Protestform fand schnell Nachahmer*innen, so dass sich ihm Hunderte von Menschen anschlossen und starr auf dem Platz verweilten. Nach ein paar Tagen zog sich der Initiant, übrigens tatsächlich ein Genosse aus der Bewegung, zurück und meinte, nun brauche es ihn ja nicht mehr.

Das Ganze hat mittlerweile ein ziemlich paradoxes Ausmass angenommen. In der Zwischenzeit tauchten nun nämlich Gegner der sog. „Stehenden Menschen“ (meist aus AKP-Kreisen) auf, welche gegen die stehenden Aktivist*innen protestieren und diesen starr und mit ebenso leerem Blick gegenüber stehen. Seit ein paar Tagen hat sich nun auch die Polizei dem Spektakel angeschlossen, hat in einer Reihe Stühle aufgestellt und protestiert sitzend gegen die „stehenden Menschen“ – und liest dabei russische Literatur, was dem Ganzen die Krone aufsetzt. Aktuell mutet der Taksim-Platz mehr wie eine groteske Filmszene an: Massen an Menschen, die zur Salzsäule erstarrt sind und einander stumm gegenüber stehen…

Andererseits wiederum gibt es Hausdurchsuchungen von Aktivist*innen durch die Polizei. Auch Festnahmen finden statt, wobei es schwierig ist, Zahlen anzugeben.

Eine Erfahrung für Anarchist*innen

Auch wenn keine anarchistischen Ideen als solche im Vordergrund standen und die Proteste leider sehr nationalistisch geprägt waren, so waren doch in vielerlei Hinsicht anarchistische Elemente in den Strukturen der Gezi-Park-Proteste vorhanden. So stand keine Partei oder Organisation im Vordergrund der Proteste, ebensowenig gab es eine zentrale Verwaltung. Es gab auffallend viele individualistische Aktionsformen (so wie diejenige mit dem „stehenden Mann“), welche aus Eigeninitiative von Einzelnen entstanden. Geld und Eigentum wurden zumindest in der Kommune abgeschafft und politische Proteste wurden mit kulturellen Veranstaltungen verwoben. Die Proteste waren antiautoritär und nicht-hierarchisch organisiert. Dies sind alles Elemente, die typisch für die anarchistische Idee und Bewegung sind. Ausserdem sind es Elemente, die es in der türkei bisher noch nie gegeben hat. Auch wenn uns die nationalistische und parlamentarische Stossrichtung der Proteste stört, so sind dies wohl dennoch Aspekte, welche es zu berücksichtigen gilt. Sie könnten Raum für neue Entwicklungen prägen – oder sogar für neue Ideen. Auf jeden Fall aber ist die Hemmschwelle in sämtlichen Altersgruppen gesunken, für die eigenen Anliegen auf die Strasse zu gehen oder sich sogar Gefechte mit der Polizei zu liefern.

Für Anarchist*innen waren die Proteste zudem eine wichtige Erfahrung. Sie können uns unsere Schwächen oder Fehler aufzeigen und haben viele Fragen aufgeworfen. Beispielsweise die Frage, ob ein insurrektionalistischer oder organisierter Ansatz sinnvoll ist. Oder die Frage, wie man sich als Anarchist*in gegenüber Nationalismus positionieren soll. Oder, ob man sich mit nicht libertären Menschen verbünden oder unabhängig von ihnen agieren sollte. Und wenn man sich verbündet: wie kann man die eigene Linie bewahren?

Quelle

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http://agkoeln.blogsport.de/2013/07/10/die-aufstaende-in-taksim-zwischen-hippie-flair-selbstverwaltung-und-nationalismus/feed/
Polizeigewalt am Hambacher Forst http://agkoeln.blogsport.de/2013/06/18/polizeigewalt-am-hambacher-forst/ http://agkoeln.blogsport.de/2013/06/18/polizeigewalt-am-hambacher-forst/#comments Mon, 17 Jun 2013 22:50:48 +0000 agkoeln Allgemein http://agkoeln.blogsport.de/2013/06/18/polizeigewalt-am-hambacher-forst/ Für Fingerabdrücke bewusstlos geprügelt

Ein Aktivist der Besetzung am Hambacher Forst berichtet über seine
Erfahrungen mit brutaler Gewalt der Dürener Polizei am 11. Juni.

http://www.youtube.com/watch?v=Y8hIVnZuc8E

Die Besetzung richtet sich gegen Deutschlands größten Braunkohletagebau,
den Tagebau Hambach, gegen Braunkohleverstromung im allgemeinen, für eine
Welt ohne Kapitalismus und Herrschaft.

Seit im Mai vergangenen Jahres Aktivist*innen den Hambacher Forst
besetzten, zeigt dort selbstverständlich auch der Staat seine Zähne, der
als kapitalistischer Akteur natürlich Profit aus Braunkohlestrom wichtiger
findet als Menschenleben und wichtiger als den Versuch, die
Klimakatastrophe zu stoppen. Wie diese Zähne aussehen können, macht zum
Beispiel die Räumung des ersten Waldcamps im Hambacher Forst deutlich, wo
die Polizei einen Menschen, der sich in einem Tunnelsystem befand, unter
Gefährdung seines Lebens „frei“schaufelten und das dann als „Rettung“
darstellten.

Und auch am 11. Juni durften Menschen von Istanbul bis Buir wieder am
eigenen Leib spüren, wessen Interessen einem Staat am Herzen liegen.
Wie jeden Tag, nur dass sie sich jeden Tag und jeder Person etwas anders
zeigen. Einmal als Prügelnde*r Polizist*in, das andere mal als Richter*in,
manchmal als Chef*in der Zeitarbeitsfirma, wo anders als
Schreibtischtäter*in des Arbeitsamts und wieder wo anders als der neue
alte Film im Fernsehen, der dich mit der Hoffnung betäuben will, dass du
irgendwann in dieser ganzen Scheiße groß rauskommst wenn du nur am
fleissigsten von allen mitmarschierst – dann schaffst auch du es vom
Tellerwaschen zur Million! Wer hat noch die Schnauze voll davon?

Im Zusammenhang mit den Zähnen des Staates, die dem Hambacher Forst
gelten, wird auf dem Blog hambacherforst.blogsport.de aufgerufen:

Unterstützt jetzt die Besetzter_innen aus dem Hambacher Forst! Kommt auf’s
Wiesencamp! Informiert euch und andere! Haltet euch dafür auf dem
Laufenden unter hambacherforst.blogsport.de! Organisiert
Solidaritätsaktionen oder bekundet eure Solidarität sonstwie! Plant
Solidaritätsaktionen für den Fall einer Räumung oder eines weiteren
Polizeiübergriffs! Kommt regelmäßig auf der besetzten Wiese vorbei, wenn
ihr in der Nähe wohnt! Kommt im Spätsommer zum Klimacamp und zum Reclaim
the Fields Camp! Kommt am 1. Oktober in den Hambacher Forst um die
weitergehende Rodung zu verhindern! Überlegt euch selber wie ihr RWE und
Polizei einen Strich durch die Rechnung machen könnt! Seid ebenfalls
solidarisch mit dem räumungsbedrohten AZ in Köln!

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http://agkoeln.blogsport.de/2013/06/18/polizeigewalt-am-hambacher-forst/feed/
Mehrstündige Reclaim the Streets-Party auf den Kölner Ringen http://agkoeln.blogsport.de/2013/06/13/mehrstuendige-reclaim-the-streets-party-auf-den-koelner-ringen/ http://agkoeln.blogsport.de/2013/06/13/mehrstuendige-reclaim-the-streets-party-auf-den-koelner-ringen/#comments Thu, 13 Jun 2013 15:34:49 +0000 agkoeln Allgemein http://agkoeln.blogsport.de/2013/06/13/mehrstuendige-reclaim-the-streets-party-auf-den-koelner-ringen/ Circa 500 Unterstützer_innen des Autonomen Zentrum Köln veranstalteten am Samstag, den 8. Juni 2013, eine Reclaim The Streets Party auf den Kölner Ringen zwischen Rudolf- und Friesenplatz und legten damit den Verkehr auf der vierspurigen Straße für über drei Stunden komplett lahm.

köln

Im Rahmen der Kampagne KEIN TAG OHNE! für den Erhalt des Autonomen Zentrums (AZ) in Köln-Kalk fand am Samstag eine Reclaim The Streets-Aktion statt, unter dem Motto „Nehmt ihr uns das AZ, nehmen wir uns die Stadt“. Die Unterstützer_innen zeigten, dass – solange das AZ bedroht ist – sie sich jederzeit ungefragt öffentlichen Raum nehmen werden. Nach dieser Aktion sollte den Verantwortlichen in Stadt und Politik nochmals deutlich geworden sein, dass es keinen Normalbetrieb in der Stadt geben wird, solange der Betrieb des Autonomen Zentrums nicht sichergestellt ist.

Ohne vorherige Veröffentlichung konnten circa 400 Unterstützer_innen mobilisiert werden, die mit mobilen Soundsystems, Sofa, Teilen des Inventars des AZ-Umsonstladens, Sambatrommeln, Straßenkreide, Federball und Frisbees bewaffnet pünktlich um 16 Uhr die Straße in Beschlag nahmen. Die Zufahrten zum Hohenzollernring nördlich ab der Kreuzung Friesenplatz und von Süden auf Höhe Palmstraße/Limburgerstraße wurden mit Absperrband und Transparenten abgesperrt. Auf den Transparenten war unter anderem zu lesen „Autonomes Zentrum bleibt“ „Reclaim the streets“ „Kein Tag ohne Autonomes Zentrum“. Zudem gab es ein Solitransparent für die Besetzer_innen des Geziparks und des Taximplatz in Istanbul und ihrer Forderung des Abtritts der türkischen Regierung.

Polizei wurde erfolgreich überrascht
Nur wenige Minuten zuvor war eine Demonstration ebenfalls in Solidarität mit #occupygezi von linken deutsch-türkischen Gruppen vom Rudolfplatz Richtung Heumarkt aufgebrochen. Die dort anwesende Polizei begleitete den Demonstrationszug und verließ sehr zur Freude der AZ-Aktivist_innen den Rudolfplatz vollständig. Die Polizeibeamt_innen waren sichtlich überrascht als sie kurze Zeit später zum Ort des Geschehens zurückkehrten. Ihnen blieb angesichts der Zahl der Menschen und weiterer hinzukommender Unterstützer_innen nichts anderes übrig als sich zunächst auf die Regelung des Verkehrs zu beschränken, das bunte Treiben zu beobachten und – illegalerweise – die Versammlung auf der Straße abzufilmen.

Nach drei Stunden Picknick, Musik, Tanz und Spiel auf der Straße überraschten die Aktivist_innen die Polizei erneut mit einem „geordneten“ Abzug. In einem bunten Demonstrationszug, begleitet von Sambatrommeln und „Kein Tag ohne Autonomes Zentrum“-Sprechchören, zog die mittlerweile auf über 500 Personen angewachsene Menschentraube durch das Belgische Viertel in Richtung Grüngürtel. Während Passant_innen der Demo zujubelten und applaudierten und gerne Infomaterialen entgegennahmen, verfolgte die Bereitschaftspolizei die Demo mit ratlosen Blicken bis in den Park. Dort ließen sich die Demonstrierenden zwischen den sonstigen Parkbesucher_innen in der Sonne nieder und beobachteten belustigt die verwirrte Polizei, die sich nach kurzer Zeit komplett aus dem Park zurückzog. Die Elektromusik wurde wieder aufgedreht und gemeinsam mit anderen Menschen im Park die gelungene Aktion gefeiert.

Als Bilanz des Tages lässt sich festhalten, dass mehrere hundert Menschen in bester Laune gezeigt haben, dass sie für das AZ auf die Straße gehen werden und jederzeit zu kreativen und spontanen Aktionen bereit sind. Während der gesamten Aktion kam es zu keiner einzigen Festnahme oder Personalienfeststellung.

Den Vertreter_innen der Stadt – allen voran der SPD und Bürgermeister Roters, die derzeit die Pläne zu Räumung und Abriss des AZ vorantreiben – sollte allerdings bewusst sein, dass im Falle einer Räumung des AZ, die Unterstützer_innen noch weitere Überraschungen parat haben.

Weitere Infos: AZ Köln-Kalk

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Veranstaltungsreihe in Bonn: Anarchistische Basics http://agkoeln.blogsport.de/2013/05/26/veranstaltungsreihe-in-bonn-anarchistische-basics/ http://agkoeln.blogsport.de/2013/05/26/veranstaltungsreihe-in-bonn-anarchistische-basics/#comments Sun, 26 May 2013 13:47:41 +0000 agkoeln Allgemein http://agkoeln.blogsport.de/2013/05/26/veranstaltungsreihe-in-bonn-anarchistische-basics/ bonn

Anarchismus (ASJ Bonn)
Samstag 01. Juni, 16:30 Uhr, Buchladen Le Sabot, Breite Str. 76, Bonn

„Der Anarchismus ist nicht eine Utopie, die im mutualistischen Modell Proudhons und Bakunins, im humanistischen Kommunismus der Ethik und der gegenseitigen Hilfe Kropotkins [..] endgültig Gestalt angenommen hat. Der Anarchismus ist eine Bewegung, die sich in unaufhörlicher Entwicklung befindet und die heute wie gestern die Fähigkeit besitzt, neue Formen anzunehmen, sich dem Marsch der Menschheit einzugliedern, alle neue Tatsachen zu verstehen und zu akzeptieren.“ (Federica Montseny in: Anarchici e Anarchia nel mondo contemporaneo, S. 50.)

Was ist Anarchismus?“
Es ist völlig klar, dass eine solche Fragestellung jeden Rahmen sprengen muss. Da sich Anarchismus offenbar nicht als eine feste Theorie oder Ideologie begreifen lässt, ist es unmöglich eine Antwort zu geben, die der gesamten Breite der anarchistischen Theorie und Praxis in historischer Perspektive Rechnung tragen könnte. Es scheint sogar so, als müsse die Frage prinzipiell offen bleiben. Denn das ist nun gerade das, was der Anarchismus nicht ist: eine Antwort, eine Vorgabe, ein Rezept, ein Routenplan für das gute und freie Leben. Der Gestus gängiger politischer Theorien, notwendig wahre Antworten zu geben, ist das, was sie zu Ideologien macht. Anarchismus, als politische Theorie begriffen, ist im Gegensatz dazu, so etwas wie ein Frageverhalten. Eine Art von Zweiflerei aus Methode und Lust heraus. Die Angewohnheit nicht alles zu glauben, was andere sagen und nicht alles zu tun, was andere von einem verlangen. Der Anarchismus ist Kritik als Theorie und Praxis.

In diesem Sinne möchten wir im Rahmen der Veranstaltung auf Referate und frontale Belehrungen verzichten und stattdessen freies Denken und Gruppendiskussionen ermöglichen.
Wir wollen uns nicht beschränken auf Dinge, die wir interessant und diskussionswürdig halten, sondern (vor allem) auf persönliche Fragestellungen und Anknüpfungspunkte eingehen. Jede*r hat sich sicherlich schon mal mehr oder weniger intensiv mit dem Thema Anarchismus auseinandergesetzt und sich mit Fragen beschäftigt wie: „Was wäre wenn es keine Polizei mehr gäbe?“, „Ist der Mensch gut oder böse?“, „Muss eine Gesellschaft Gesetzte haben, damit sie funktioniert?“ „Warum will der Staat mir mein Gras verbieten?“

Solche und noch viele andere Gedanken sind es, die im Rahmen des geplanten Workshops besprochen und diskutiert werden könnten.

Uns ist es immens wichtig, dass während des Workshops keinerlei Hierarchien und Wettbewerbe entstehen. Deshalb versuchen wir die individuellen Wissensstände und Interessenlagen soweit zu berücksichtigen, dass keine*r Angst haben muss zu wenige Bakunin-Bücher gelesen zu haben (und auch keine Angst wenn du gar nicht weißt wer Bakunin ist.)

Ziel unserer Veranstaltung soll nicht sein euch irgendwelche Informationspakete zukommen zu lassen. Anarchismus in Paketen gibt es nicht. Er entsteht erst beim selber packen.

Dazu laden wir alle am 1. Juni 2013 ab 16:30 Uhr in den Buchladen Le Sabot (Breite Str. 76, Bonn) ein.

Syndikalismus (Rudolf Mühland)
Donnerstag 06. Juni, 19:30 Uhr, Limes, Theaterstr. 2, Bonn

Was ist eigentlich Anarcho-Syndikalismus?
Jeder von uns hat die Formel „Ein Angriff auf eine von uns ist ein
Angriff auf alle!“ schon mal gehört. Und ebenso haben wir alle schon oft
die Phrase von der „Solidarität“ vernommen. Aber was könnte die
wirkliche, praktische Bedeutung dieser und noch ein paar anderer
bekannter sozialistischer Schlagworte aus der ArbeiterInnenbewegung
sein? Rudolf Mühland geht diesen und anderen Fragen nach und gibt dabei
einen kleinen historischen Überblick über die Wurzeln des
Anarcho-Syndikalismus und seine Entwicklung vom 19 bis zum 21
Jahrhundert. Dabei legt er einen Schwerpunkt auf die heutige Freie
ArbeiterInnen Union (FAU-IAA) und ihre aktuelle Situation. So wichtigen
Fragen wie:

* Wie sind die Menschen innerhalb der FAU organisiert?
* Welche kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Ziele
verfolgt die FAU?
* Wer kann mitmachen?

oder auch

* Wie steht die FAU zur Bertiebsratsfrage?
* Wie steht die FAU zu Tarifverträgen?

und viele andere Fragen mehr werden angesprochen. Nach dem Vortrag mit
Präsentation bleibt Zeit die aufgeworfenen Thesen zu diskutieren und
weiterführende Probleme zu erörtern. Anarchie und Strafe – zur Zukunft
des Knastsystems in der Anarchie „Freiheit für alle Gefangenen“ ist
sicherlich ein Slogan den alle politischen AktivistInnen kennen. Für die
ArbeiterInnenewegung und speziell für die Anarcho-SyndikalistInnen war
diese Parole immer mehr als nur ein Schalgwort. Seit beginn der
anarchistischen Bewegung und darüber hinaus noch in jeder Revolution
haben die Menschen „ihre“ Gefangenen immer wieder befreit oder sich
sonst wie für die Befreiung eingesetzt. ABER was sagen AnarchistInnen
zur Rolle der Gefängnisse in einer anarchistischen Zukunft? Wird es
keine „Verbrechen“ mehr geben? Werden die Menschen in totaler Harmonie
miteinander leben? Und wenn es doch noch „Verbrechen“ gibt, wie werden
die Menschen damit umgehen? Welche gesellschaftlichen Lösungen schweben
den AnarchistInnen vor? Der Vortrag wird einen Streifzug durch die
Jahrhunderte über den gesamten Globus unternehmen und die
Lösungsvorschläge in Theorie und Praxis der AnarchistInnen (nicht nur!!)
beleuchtet.

Anarchafeminismus (Friederike Pfaff)
Freitag 14. Juni, 20:00 Uhr, Uni-Hauptgebäude, Hörsaal 8, Regina-Pacis-Weg 3, Bonn

In den 1970er Jahren wurde der Begriff des Anarchafeminismus durch
Vertreterinnen des radikalen Feminismus in den USA geprägt. Manche sind der
Meinung, dass eine weitere Ausarbeitung des Anarchafeminismus noch ausstehe.
Die Referentin wird verschiedene historische und aktuelle Bezüge herstellen
und freut sich auf eine interessante Diskussion mit den Anwesenden, u.a.
auch darüber, was diese am (Begriff des) Anarchafeminismus anspricht.

Die Referentin ist seit über zwei Jahrzehnten in verschiedenen sozialen und
politischen Bewegungen engagiert und dem Anarchafeminismus verbunden.

Antinationalismus (Antifa AK Köln)
Dienstag 18. Juni, 19:00 Uhr, Limes, Theaterstr. 2, Bonn

tba

Klassenkampf (Basisgruppe Antifa Bremen)
Freitag 28. Juni, 20:00 Uhr, Uni-Hauptgebäude, Hörsaal 8, Regina-Pacis-Weg 3, Bonn

Da sich Kapitalismus und bürgerliche Gesellschaft nicht von jetzt auf gleich durch einen Aktionstag oder eine spontane Erhebung abschaffen lassen, sondern der Weg zur Emanzipation und befreiten Gesellschaft ein langer und schwerer wird, bedarf die Praxis libertärer Gruppen und Bündnisse einer langfristigen Strategie, welche in ihrer Analyse auf die Verhältnisse in ihrer Gänze zielt und darauf ausgelegt ist, diese von Grund auf und nachhaltig zu verändern.

Die Basisgruppe Antifaschismus (BA), organisiert im libertär-kommunistischen ums Ganze!-Bündnis, hat letztes Jahr, mit dem Zweck des Anstoßes einer solchen Debatte innerhalb der radikalen Linken, einen Entwurf für solch einen möglichen Strategieentwurf mit dem Titel „Die Kommunist*innen und der Klassenkampf“ vorgelegt. Der Text versucht das Verhältnis der libertären und antiautoritären Kommunist*innen zum Feld „Klassenkampf“ zu bestimmen und macht für dieses einen Strategievorschlag. Dabei erheben die Bremer*innen mit ihrem Text „nicht den Anspruch der Weisheit letzten Schluss gezogen zu haben, er ist vielmehr eine Einladung zur Diskussion“.

FdA – Was ist das? (Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen)
Freitag 05. Juli, 19:00 Uhr, Buchladen Le Sabot, Breite Str. 76, Bonn

Quelle: ASJ Bonn

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Veranstaltung zu Männlichkeit in autonomer Politik – Kritik und Handlungsstrategien http://agkoeln.blogsport.de/2013/05/23/veranstaltung-zu-maennlichkeit-in-autonomer-politik-kritik-und-handlungsstrategien/ http://agkoeln.blogsport.de/2013/05/23/veranstaltung-zu-maennlichkeit-in-autonomer-politik-kritik-und-handlungsstrategien/#comments Thu, 23 May 2013 14:01:16 +0000 agkoeln Allgemein http://agkoeln.blogsport.de/2013/05/23/veranstaltung-zu-maennlichkeit-in-autonomer-politik-kritik-und-handlungsstrategien/ Kurz vor unserem unserem nächsten Schwarzen Tresen mit dem*der Genoss*in aus Malaysia findet im AZ Köln-Kalk ein erwähnenswerter Workshop statt:
bild

Männlichkeit in autonomer Politik – Kritik und Handlungsstrategien

9.6.2013 12-18 Uhr AZ Köln:

Die Unzufriedenheit damit, dass autonome Politik all zu oft hauptsächlich junge Männer anspricht und gleichzeitig Andere ausschließt, führte zur Entstehung dieser Veranstaltung.
Woher das kommt, was Männlichkeit überhaupt ist und wie eine antisexistische Praxis in unseren Strukturen aussehen kann, sind Fragen, die wir uns ihm Rahmen dieses Ganztags-Workshops stellen werden.
Da es keinen allgemeinen Anti-Macker-Plan gibt, muss die Strategie zum Umgang damit in den lokalen Zusammenhängen politisch diskutiert, in den persönlichen Beziehungen sowie durch Selbstreflexion von den Aktivist_innen aktiv erarbeitet werden. Um einen Anfang zu machen, sind Menschen aller Geschlechter herzlich eingeladen.

10.6.2013 12-18 Uhr AZ Köln:

Am zweiten Tag nutzen wir die Ergebniss des vorigen Workshops um Diskussionen zu vertiefen, Ideen weiter zu spinnen und antisexistische Handlungsperspektiven praktisch umzusetzen.

Teilnehmer_innenanzahl ist jeweils auf 20 beschränkt.
Anmeldung und Themenwünsche an: ag-krim@gmx.de

weitere Infos zum Workshop unter: http://antifaundmaennlichkeit.wordpress.com

Während der Workshop-Phase wird für veganes Essen und Getränke gesorgt sein.
Ob es einen betreuten Kidspace gibt klärt sich in absehbarer Zeit. Rückfragen dafür einfach ebenfalls an: ag-krim@gmx.de
All Genders wellcome!

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Bericht vom 1.Gerichtsprozess um Pussy-Riot Soliaktion im Kölner Dom http://agkoeln.blogsport.de/2013/05/17/bericht-vom-1-gerichtsprozess-um-pussy-riot-soliaktion-im-koelner-dom/ http://agkoeln.blogsport.de/2013/05/17/bericht-vom-1-gerichtsprozess-um-pussy-riot-soliaktion-im-koelner-dom/#comments Fri, 17 May 2013 13:32:39 +0000 agkoeln Allgemein http://agkoeln.blogsport.de/2013/05/17/bericht-vom-1-gerichtsprozess-um-pussy-riot-soliaktion-im-koelner-dom/ Am 19. August 2012 hatten fünf Aktivist_innen die 10:00-Uhr-Messe im Kölner Dom gestört. Nun hat ein Gerichtsprozess gegen eine_n der Aktivist_innen begonnen. Vorwurf: Gemeinschaftliche Störung der Religionsausübung, versuchte Körperverletzung, versuchte Nötigung. Nach einer Stunde Prozess wurde die Verhandlung auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, weil der Saal zu wenig Publikumsplätze zu bieten hatte.

Der Prozess:
Am 15.5. versammelten sich zahlreiche Prozessbeobachter_innen und Journalist_innen vor dem Amtsgericht, um den Prozess gegen den Aktivisten zu begleiten. Einigen Unterstützer_innen wurde der Zutritt in den Saal verwehrt da der Saal, den Richter Krebber für den Prozess wählte, lediglich 30 Publikumsplätze vorweisen konnte. Weit kam die Justiz mit ihrer Verhandlung nicht. Patrick und ihr Verteidiger stellten Befangenheitsanträge gegen den Richter in dem sie u.a. den strukturell patriarchalen Charakter von Justiz und Kirche offenlegten. Dieser wurde von Richter Krebber als unzulässig abgewiesen. Anschließend vertagte er die Verhandlung mit der Begründung “die Größe des Saals kommt dem regen öffentlichen Interesse an der Verhandlung nicht nach” auf unbestimmte Zeit.

“Ich konnte den Prozess nutzen um meine Solidartät mit Pussy-Riot kundzutun und meine Kritik an Staat und Kirche zu äußern. Der Russische Staat wurde (zu Recht) scharf kritisiert für die Anklage der Pussy-Riot-Aktivistinnen. Nun zeigt der Prozess, dass in Deutschland Menschen wegen vergleichbarer Taten Repression erfahren. Ich finde, Gerichte und Strafen sind nie ein sinnvolles Mittel zur Konfliktlösung”, sagte eine_r der Aktivist_Innen.

Auch für weitere Prozesstermine ist ein solidarisches Publikum ausdrücklich erwünscht.

Kontakt: pussiriotkoeln@gmx.de

FREE PUSSY RIOT AND ALL PRISONERS

Video von der Aktion

Bericht von der Soliaktion im russischen Fernsehen

Gerichte selbstständig zubereiten:

http://www.projektwerkstatt.de/antirepression/kobra/laien.html

Sat1-Beitrag zu dem Prozess

Vollständiger Bericht auf: linksunten

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http://agkoeln.blogsport.de/2013/05/17/bericht-vom-1-gerichtsprozess-um-pussy-riot-soliaktion-im-koelner-dom/feed/
Schwarzer Tresen im Juni – Anarchistische Bewegung in Malaysia http://agkoeln.blogsport.de/2013/05/17/schwarzer-tresen-im-juni-anarchistische-bewegung-in-malaysia/ http://agkoeln.blogsport.de/2013/05/17/schwarzer-tresen-im-juni-anarchistische-bewegung-in-malaysia/#comments Fri, 17 May 2013 11:02:18 +0000 agkoeln Allgemein http://agkoeln.blogsport.de/2013/05/17/schwarzer-tresen-im-juni-anarchistische-bewegung-in-malaysia/ Vorankündigung für den nächsten Schwarzen Tresen am 12.06.2013:

tresen

Wir freuen uns beim nächsten Schwarzen Tresen einen Genossen aus Malaysia
zu Besuch zu haben.
Dieser wird einen Vortrag zur Geschichte und aktuellen Situation der
Anarchistischen Bewegung in Malaysia
halten.

Der Vortrag wir auf Englisch sein, jedoch gibt es Übersetzung auf
Deutsch (falls benötigt).

Selbstverständlich gibt es auch vegane VOKÜ.

Alles ab 20Uhr im AZ Köln, Nantoka-Bar.


Anarchistische Gruppe Köln

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http://agkoeln.blogsport.de/2013/05/17/schwarzer-tresen-im-juni-anarchistische-bewegung-in-malaysia/feed/
Gerschtsverhandlung wegen Pussy-Riot-Soliaktion im Kölner Dom http://agkoeln.blogsport.de/2013/05/10/gerschtsverhandlung-wegen-pussy-riot-soliaktion-im-koelner-dom/ http://agkoeln.blogsport.de/2013/05/10/gerschtsverhandlung-wegen-pussy-riot-soliaktion-im-koelner-dom/#comments Fri, 10 May 2013 13:08:40 +0000 agkoeln Allgemein http://agkoeln.blogsport.de/2013/05/10/gerschtsverhandlung-wegen-pussy-riot-soliaktion-im-koelner-dom/ Solidarität mit den angeklagten Aktivist*innen!!

Mittwoch, 15.5.2013 – 12:00 Amtsgericht Köln, Saal 22

Hintergrund:
Am 18.8.2012 wurden drei Pussy-Riot-Aktivist*innen in Russland wegen ihrem Punkgebet zu 2 Jahren Lagerhaft verurteilt. Einen Tag später thematisierte eine Gruppe dies während des Gottesdienstes im Kölner Dom. Sie trugen ein Transparent mit der Aufschrift: „FREE PUSSY RIOT AND ALL PRISIONERS“ bei sich und sangen und schrien nach Maria, die ihnen halfen solle, das System abzutreiben und Pussy-Riot zu befreien. Daraus konstruierte die Kölner Staatsanwaltschaft ihren Vorwurf der gemeinschaftlichen Störung der Religionsausübung, versuchter Körperverletzung und versuchter Nötigung.
Der Prozess soll einmal dazu genutzt werden, Solidarität mit Pussy-Riot zu zeigen, Kritik an Staat und Kirche zu formulieren und natürlich eine Verurteilung zu verhindern.

Unterstützung in und vor dem Gericht ist willkommen!

Kontakt: pussiriotkoeln@gmx.de

Video der Aktion

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Schwarzer Tresen am 8.5. im AZ Köln-Kalk http://agkoeln.blogsport.de/2013/05/05/schwarzer-tresen-am-8-5-im-az-koeln-kalk/ http://agkoeln.blogsport.de/2013/05/05/schwarzer-tresen-am-8-5-im-az-koeln-kalk/#comments Sun, 05 May 2013 10:34:12 +0000 agkoeln Allgemein http://agkoeln.blogsport.de/2013/05/05/schwarzer-tresen-am-8-5-im-az-koeln-kalk/ st

Am kommenden Mittwoch findet wieder unsere anarchistische Infokneipe der Schwarze Tresen im AZ Köln-Kalk statt. Dieses werden wir zu 2 Themen etwas vorstellen. Zum einen den anhaltenden „Neupack-Streik“ in Hamburg und zum anderen einen Überblick über verschiedene „soziale Proteste/Bewegungen in Afrika“. Anschliessend freuen wir uns über regen Diskussionen. Los gehts wie immer um 20 Uhr mit veganem Essen und Infotisch!

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