Archiv für Juli 2013

Die Entwicklung der Föderation

Ein Update seit dem Frühjahr 2013

vom Öffentlichkeitsreferat der FdA

organize!

Entwicklung der Struktur

Zunächst ein paar Worte zur Entwicklung der Föderation in Bezug auf die Mitglieder. Das Interesse an der Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA) wächst spürbar weiter. In den letzten drei Monaten sind drei neue Gruppen zu uns gestoßen: im April die Anarchistische Gruppe Östliches Ruhrgebiet (Teil der Anarchistischen Föderation Rhein-Ruhr, AFRR) und die Intiative Anarchistische Föderation Nord (IAFN), im Mai dann die Anarchosyndikalistische Jugend (ASJ) Bonn.

Doch es gab nicht nur Zuwächse zu vermelden: Im Mai 2013 löste sich nach 8-jähriger Existenz und sehr starkem Engagement in ihrer Region die antinationale.org (früher Antinationale Offensive Saar, ANO) auf. Mehr zu den Gründen der Auflösung und den Perspektiven im Saarland könnt ihr hier nachlesen.

Momentan sind also ca. 27 Gruppen Mitglied in der Föderation. Doch um Zahlenspielereien geht es uns nicht. Interessiert sind wir vor allem an einer gegenseitigen Unterstützung und Kooperation der Gruppen (sowohl über die Föderation als auch losgelöst davon). Und diese Möglichkeiten potenzieren sich mit einer breiten Basis. Zurzeit hadern wir allerdings noch ein wenig mit der Einbindung aller Gruppen in die Strukturen. Selbstverständlich gibt es Gruppen (und Individuen darin), die mehr oder weniger an föderativen Strukturen interessiert sind. Das finden wir nicht weiter problematisch, weil die Autonomie der Gruppen das bestimmende Element unserer Föderation ist – und es damit jeder Gruppe und jedem Individuum darin freigestellt ist, in welchem Maße, sie die föderativen Strukturen nutzen wollen – oder eben nicht.

Um es anderen Gruppen und Initiativen (besonders aus dem nicht-klassischen Politgruppenspektrum), die zwar an der Föderation interessiert sind, jedoch von einer klassischen Mitgliedschaft überfordert wären, ein Mitwirken zu ermöglichen, haben wir ein neues Kooperationsmodell entwickelt. Mit diesem möchten wir im kommenden Jahr ein wenig experimentieren, um mehr Synergieeffekte zwischen unseren Projekten zu erzeugen: die “assoziierten Projekte”.

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Die Aufstände in Taksim – zwischen Hippie-Flair, Selbstverwaltung und Nationalismus

Ein Text von unseren Genoss*innen Karakök Autonome:

gezi

Die aktuellen Proteste in Taksim (Istanbuler Stadtteil) begannen am 27.05.2013 in Form einer gentrifizierungskritischen Aktion. Aufgerufen hatten Stadtentwicklungs-, Öko-, LGBTQ-, Tierrechtskreise sowie Anarchist*innen. Konkret ging es um die geplante Zerstörung des Gezi Parks, dessen Bäume gefällt und einem neuen Einkaufszentrum weichen sollten. Doch wie konnte diese anfangs kleine Aktion sich in einen Aufstand der Massen verwandeln?

Auch in Nordafrika begannen die Aufstände im vergangenen Jahr mit der Aktion eines Einzelnen. Manchmal können kleine Proteste der letzte Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt und kollektive Forderungen entfacht. Ebenso schaffte es die kleine Kundgebung in Taksim, die Unzufriedenheit von Tausenden von Menschen offenzulegen, so dass sich die Thematik völlig von ihrem Ursprung verschob und zu einer Bewegung gegen die Regierungspartei AKP („Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung“) und insbesondere gegen ihren Ministerpräsidenten Tayyip Erdogan sowie gegen ihre Polizei heranwuchs.

Während der initialen Gezi-Park-Aktion wurde eine Kundgebung abgehalten sowie Zelte im Park aufgestellt, der bereits von Baubaggern umgeben war. Am 1. Juni stürmte die Polizei um 5 Uhr morgens das Gelände und zündete die Zelte der Schlafenden an (!). Die erwachten und aus den Zelten stürmenden Menschen attackierte sie mit Schlagstöcken und versuchte, sie vom Gelände zu vertreiben. Es war wohl diese immense und brutale Repression der Behörden gegenüber der zivilen Bevölkerung, welche die Verbreitung der Proteste auslöste.

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