Archiv für Mai 2013

Veranstaltungsreihe in Bonn: Anarchistische Basics

bonn

Anarchismus (ASJ Bonn)
Samstag 01. Juni, 16:30 Uhr, Buchladen Le Sabot, Breite Str. 76, Bonn

„Der Anarchismus ist nicht eine Utopie, die im mutualistischen Modell Proudhons und Bakunins, im humanistischen Kommunismus der Ethik und der gegenseitigen Hilfe Kropotkins [..] endgültig Gestalt angenommen hat. Der Anarchismus ist eine Bewegung, die sich in unaufhörlicher Entwicklung befindet und die heute wie gestern die Fähigkeit besitzt, neue Formen anzunehmen, sich dem Marsch der Menschheit einzugliedern, alle neue Tatsachen zu verstehen und zu akzeptieren.“ (Federica Montseny in: Anarchici e Anarchia nel mondo contemporaneo, S. 50.)

Was ist Anarchismus?“
Es ist völlig klar, dass eine solche Fragestellung jeden Rahmen sprengen muss. Da sich Anarchismus offenbar nicht als eine feste Theorie oder Ideologie begreifen lässt, ist es unmöglich eine Antwort zu geben, die der gesamten Breite der anarchistischen Theorie und Praxis in historischer Perspektive Rechnung tragen könnte. Es scheint sogar so, als müsse die Frage prinzipiell offen bleiben. Denn das ist nun gerade das, was der Anarchismus nicht ist: eine Antwort, eine Vorgabe, ein Rezept, ein Routenplan für das gute und freie Leben. Der Gestus gängiger politischer Theorien, notwendig wahre Antworten zu geben, ist das, was sie zu Ideologien macht. Anarchismus, als politische Theorie begriffen, ist im Gegensatz dazu, so etwas wie ein Frageverhalten. Eine Art von Zweiflerei aus Methode und Lust heraus. Die Angewohnheit nicht alles zu glauben, was andere sagen und nicht alles zu tun, was andere von einem verlangen. Der Anarchismus ist Kritik als Theorie und Praxis.

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Veranstaltung zu Männlichkeit in autonomer Politik – Kritik und Handlungsstrategien

Kurz vor unserem unserem nächsten Schwarzen Tresen mit dem*der Genoss*in aus Malaysia findet im AZ Köln-Kalk ein erwähnenswerter Workshop statt:
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Männlichkeit in autonomer Politik – Kritik und Handlungsstrategien

9.6.2013 12-18 Uhr AZ Köln:

Die Unzufriedenheit damit, dass autonome Politik all zu oft hauptsächlich junge Männer anspricht und gleichzeitig Andere ausschließt, führte zur Entstehung dieser Veranstaltung.
Woher das kommt, was Männlichkeit überhaupt ist und wie eine antisexistische Praxis in unseren Strukturen aussehen kann, sind Fragen, die wir uns ihm Rahmen dieses Ganztags-Workshops stellen werden.
Da es keinen allgemeinen Anti-Macker-Plan gibt, muss die Strategie zum Umgang damit in den lokalen Zusammenhängen politisch diskutiert, in den persönlichen Beziehungen sowie durch Selbstreflexion von den Aktivist_innen aktiv erarbeitet werden. Um einen Anfang zu machen, sind Menschen aller Geschlechter herzlich eingeladen.
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Bericht vom 1.Gerichtsprozess um Pussy-Riot Soliaktion im Kölner Dom

Am 19. August 2012 hatten fünf Aktivist_innen die 10:00-Uhr-Messe im Kölner Dom gestört. Nun hat ein Gerichtsprozess gegen eine_n der Aktivist_innen begonnen. Vorwurf: Gemeinschaftliche Störung der Religionsausübung, versuchte Körperverletzung, versuchte Nötigung. Nach einer Stunde Prozess wurde die Verhandlung auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, weil der Saal zu wenig Publikumsplätze zu bieten hatte.

Der Prozess:
Am 15.5. versammelten sich zahlreiche Prozessbeobachter_innen und Journalist_innen vor dem Amtsgericht, um den Prozess gegen den Aktivisten zu begleiten. Einigen Unterstützer_innen wurde der Zutritt in den Saal verwehrt da der Saal, den Richter Krebber für den Prozess wählte, lediglich 30 Publikumsplätze vorweisen konnte. Weit kam die Justiz mit ihrer Verhandlung nicht. Patrick und ihr Verteidiger stellten Befangenheitsanträge gegen den Richter in dem sie u.a. den strukturell patriarchalen Charakter von Justiz und Kirche offenlegten. Dieser wurde von Richter Krebber als unzulässig abgewiesen. Anschließend vertagte er die Verhandlung mit der Begründung “die Größe des Saals kommt dem regen öffentlichen Interesse an der Verhandlung nicht nach” auf unbestimmte Zeit.

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Schwarzer Tresen im Juni – Anarchistische Bewegung in Malaysia

Vorankündigung für den nächsten Schwarzen Tresen am 12.06.2013:

tresen

Wir freuen uns beim nächsten Schwarzen Tresen einen Genossen aus Malaysia
zu Besuch zu haben.
Dieser wird einen Vortrag zur Geschichte und aktuellen Situation der
Anarchistischen Bewegung in Malaysia
halten.

Der Vortrag wir auf Englisch sein, jedoch gibt es Übersetzung auf
Deutsch (falls benötigt).

Selbstverständlich gibt es auch vegane VOKÜ.

Alles ab 20Uhr im AZ Köln, Nantoka-Bar.


Anarchistische Gruppe Köln

Gerschtsverhandlung wegen Pussy-Riot-Soliaktion im Kölner Dom

Solidarität mit den angeklagten Aktivist*innen!!

Mittwoch, 15.5.2013 – 12:00 Amtsgericht Köln, Saal 22

Hintergrund:
Am 18.8.2012 wurden drei Pussy-Riot-Aktivist*innen in Russland wegen ihrem Punkgebet zu 2 Jahren Lagerhaft verurteilt. Einen Tag später thematisierte eine Gruppe dies während des Gottesdienstes im Kölner Dom. Sie trugen ein Transparent mit der Aufschrift: „FREE PUSSY RIOT AND ALL PRISIONERS“ bei sich und sangen und schrien nach Maria, die ihnen halfen solle, das System abzutreiben und Pussy-Riot zu befreien. Daraus konstruierte die Kölner Staatsanwaltschaft ihren Vorwurf der gemeinschaftlichen Störung der Religionsausübung, versuchter Körperverletzung und versuchter Nötigung.
Der Prozess soll einmal dazu genutzt werden, Solidarität mit Pussy-Riot zu zeigen, Kritik an Staat und Kirche zu formulieren und natürlich eine Verurteilung zu verhindern.

Unterstützung in und vor dem Gericht ist willkommen!

Kontakt: pussiriotkoeln@gmx.de

Video der Aktion